Vorteile und Nachteile von Low Carb

Die Low Carb Diät ist in aller Munde, nachdem Jahrzehnte zuvor eher das Fett die Rolle des „bösen Buben“ bei Ernährungsexperten aus aller Welt innehatte. Tatsächlich gibt es gute Gründe, die für die Wirksamkeit einer Low Carb Diät sprechen. Diese Gründe und die mit ihnen verbundenen Vorteile werden wir im Rahmen dieses Artikels erörtern. Wir machen dabei aber auch keinen Bogen um die Nachteile, die bei dieser Diät durchaus auftreten können.

Mit dem Rüstzeug an nötigen Informationen ausgestattet, kann jeder Leser nun selbst eine eigenverantwortliche Entscheidung treffen, ob die Low Carb Diät eine Ernährungsweise ist, die er auf sich zu nehmen gewillt ist. Besonders effektiv ist Low Carb übrigens am Abend, damit das Abnehmen im Schlaf auch funktioniert. Tipps für ein gutes Low Carb Abendessen finden Sie auf dieser Präsenz.

Kohlenhydrate sind Zuckermoleküle

Low Carb bedeutet wenig Kohlenhydrate. Kohlenhydrate sind wiederum ein Zusammenschluss verschiedener Zuckermoleküle, die mal mehr und mal weniger verzweigt auftreten. Besonders süß und im Sinne von Low Carb problematisch sind die kurzkettigen Zuckermoleküle, die sich aus nur einem Zuckermolekül oder aus zwei Zuckermolekülen zusammensetzen.

Die verbreitetsten Einfachzucker sind Traubenzucker (Glucose), Fruchtzucker (Fructose) und Schleimzucker (Galactose). Glucose und Galactose reagieren zu Milchzucker (Lactose), Glucose und Fructose zum Rübenzucker (Haushaltszucker) und Glucose und Glucose zu Malzzucker (Maltose). Da auch Glucose verschiedene Formen annimmt, ist die Kette der Zweifachzucker natürlich wesentlich differenzierter als dieses einfache Schaubild darstellt.

Die Grundlage der Low Carb Diät und ihre Vorteile

Die Anhänger der Low Carb Diät weisen immer wieder auf den biologischen Bauplan des Menschen hin, der die rauen Mengen von Zucker in der heutigen Anzahl früher nicht einmal ansatzweise konsumierte. Das sorgt für eine gewisse Verwandtschaft von Low Carb mit der Paläo-Diät, die alles ablehnt, was im Zuge von Sesshaftwerdung und Zivilisation an Nahrungsumstellungen auf den Menschen zukam.

Diesem der biologischen Grundstruktur des Menschen gemäßen Ernährungszustand mit wenig Kohlenhydraten soll sich also wieder angenähert werden. Das Ziel der Low Carb Diöt ist die Ketose und damit die Umstellung des Stoffwechsels auf die Bildung von Ketonen. Zieht der Körper seine Energien aus der Verstoffwechslung von Proteinen und Fetten, hält das den Menschen wesentlich nachhaltiger satt als beim vergleichsweise volatilen Zucker.

Die durch den Zucker ausgelösten Heißhungerattacken verschwinden und der Metabolismus kann sich nun ganz dem Abbau von Fetten widmen. Der Ausgangspunkt der Zucker-Fett-Falle ist nämlich die, dass der Metabolismus Zucker priorisiert, sodass die Fette eher am Körper verbleiben. Schon viele Wissenschaftler haben sich mit dieser Diät auseinandergesetzt und tatsächlich einen Erfolg beim Abnehmen durch Low Carb festgestellt. In dieser Hinsicht sei Low Carb sogar eine der erfolgversprechendsten Ernährungskonzepte.

Die Nachteile von Low Carb

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Dem Zucker wohnt ein erhebliches Suchtpotenzial inne und dient auch der Bildung von Serotonin, einem wichtigen „Glückshormon“, das sich positiv auf die Stimmung, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit auswirkt. Viele Absolventen von Low Carb beklagen deshalb negative Gefühle wie Unzufriedenheit, Nervosität, Reizbarkeit und innere Unruhe. Die Rückfallgefahr ist entsprechend groß und hinter dem Rücken lauert schon der gefürchtete Jojo-Effekt als Feind einer jeden Diät.

Besonders in der Übergangszeit zur Umstellung auf die Ketose schleichen sich bei den Teilnehmern auch Müdigkeit und Mattheit ein, denn der Körper zog vor der Ernährungsumstellung einen Großteil seiner Energie aus Kohlenhydraten, die er wesentlich schneller anzapfen kann als die Energie, die in den Lipiden verborgen liegt. Beides, die fehlende Energie und die angespannte Stimmung, können vorübergehend zu Motivationsproblemen beim Sport führen.
Außerdem kann eine Ernährungsumstellung eine Übersäuerung des Körpers verursachen, weil Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier stark säurebildend sind und das Gleichgewicht zwischen basischen und sauren Anteilen im Körper durcheinanderbringen können. Da Extreme selten guttun, empfehlen wir deshalb, es mit Low Carb nicht zu übertreiben. Dies gilt auch deshalb, weil Kohlenhydrate neben Proteinen und Lipiden zu den Makronährstoffen des Menschen gehören und in einem moderaten Verhältnis zur Herstellung aller vitalen Prozesse benötigt werden.